Geschichte des TWH

In den Jahren 1950 – 1955 arbeitete der Ing. Biologe Karel Hartl eine Möglichkeit der Optimierung der Arbeitsleistung des Deutschen Schäferhundes aus. Dies stiess bei Armee und Grenzpolizei der damaligen CSSR auf reges Interesse, da man Gesundheit und Leistung des Schäferhundes als Arbeitshund verbessern wollte.twh_antik_1

Im Jahr 1955 unternahmen die Militärs der ehemaligen CSSR daher ein biologisches Experiment: Die Verpaarung eines Deutschen Schäferhundes (Arbeitslinie) mit einem Karpatenwolf. Das Ziel sollte die Kombination der Vorzüge beider Tiere Wolf – Deutscher Schäferhund (Ausdauer, Widerstandsfähigkeit, hohe Wachsamkeit, natürlich entwickelte Sinne) in einem neuen Arbeitshund sein.

Anlässlich eines internationalen kynologischen Kongresses in Prag am 14. Juni 1955, wertete Dipl. Ing. Biologe Karel Hartl in dem Vortrag „Ergebnisse der Kreuzung von Wölfen mit Hunden“ diese gezielten Versuche aus. Dieser Vortrag fand höchste Aufmerksamkeit. Zu den wichtigsten Resultaten zählte die Feststellung, dass eine Kreuzung von Wolf und Hund grundsätzlich möglich ist.

1955 versuchte man – zuerst erfolglos – die Karpatenwölfin Brita und einen ausgesuchten Deutschen Schäferhund (GSD) in der Zuchtstation Libejovice zu verpaaren.

Im März 1957 versuchte man es mit der gleichen Karpatenwölfin wieder. Dieses Mal wurde jedoch anderer Deutscher Schäferhund, Cezar z Brezoveho haje, (1. Linie der TW) verwendet. Die Welpen wurden am 28. Mai 1958 geworfen.twh_antik_2
Brita wurde noch mal mit einem DSH (Kurt z Vaclavky) verpaart und die Nachkommen dieser Verpaarung bilden die zweite Linie der Tschechoslowakischen Wolfshunde (2. Linie der TW).
Die dritte Linie kam ebenfalls aus Böhmen. Die Welpen von Wolf Argo und DSH Asta z SNB wurden in Bychory geworfen (3. Linie der TW).

Bereits in der 2. Generation konnte eine Abrichtbarkeit der Kreuzlinge nachgewiesen werden, wobei sich eine hervorragende Orientierungsfähigkeit der Tiere, vor allem in der Nacht, zeigte. Ausdrücklich hingewiesen wurde auf die höhere Ausdauer der Kreuzlinge, wobei äußere Erscheinungsmerkmale des Wolfes, vor allem sein hochwertiges Haarkleid, durch die Generationen erhalten blieb.

Weitere Verpaarungen brachten sehr interessante Erkenntnisse:
Bei den Welpen der ersten Kreuzungsversuche setzten sich eindeutig die Eigenschaften des Wolfes durch. Die weiteren Generationen besaßen bereits Eigenschaften domestizierter Tiere, die sich weiter verwerten ließen.

Nach der offiziellen Experiment-Phase im Jahr 1965 wurde ein Zuchtplan ausgearbeitet. Im Jahr 1982 wurde der so benannte „Tschechoslowakische Wolfshund“ durch der Rassehunde Verband in der CSSR als nationale Rasse anerkannt.

Bis Ende des Jahres 1980 wurden in der (damaligen) Tschechoslowakei insgesamt 1864 Welpen aus verschiedenen Kreuzungsgraden geboren (4. Linie der TW). Es war festzustellen, dass die Kreuzlinge (1 – 4 Gen. F1-4 / dann CV (Czech Wolfdog – Tschechoslowakischer Wolfshund) in beiden Geschlechtern fruchtbar sind.

Der nächste Schritt war die Registrierung. 1982 wurden die ersten 43 Welpen im Stammbuch in Prag eingetragen (5. Linie der TW). Von 1982 bis 1991 wurden 1552 Welpen eingetragen.